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Von der Ursache und deren Wirkung

Facebook als betriebswirtschaftlicher Hebel?

Mario Krispler (URSACHE WIRKUNG) schreibt für das Magazin Zimmerstunde. Das Magazin für Gehirn-Stürme und (ent)spannende 60 Minuten in der Hotellerie und Reisebranche. Die Beiträge im Online Magazin sind Teil der fortlaufenden Veröffentlichungen.

Lesezeit: 4 – 5 Minuten
Nutzen: Sensibilisierung, FB-Insights, Grundlage der FB Kampagnen

Alles was wir täglich tun, egal ob im Netz oder außerhalb, hinterlässt Spuren, in vielerlei Hinsicht digitale Spuren. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um die Bezahlung mit der Kreditkarte handelt oder ob ein Nutzer eine Suchanfrage bei Google startet. Pro Sekunde werden mindestens 64.000 Suchanfragen gestellt, gewusst? Jede Bewegung mit dem Smartphone in der Tasche wird gespeichert. Jede soziale Interaktion, egal ob ein Like, Share oder Kommentar gibt Aufschluss über unsere Persönlichkeit, Identität und soziale Zugehörigkeit.

Die Psychometrik ist ein datengetriebener Nebenzweig der Psychologe. Michal Kosinski ist ein führender Experte in diesem Bereich. Bereits 2012 hat Kosinski den Nachweis erbracht, dass aus durchschnittlich 68 Facebook Likes vorhergesagt werden kann welche Hautfarbe ein Nutzer hat (Die Treffsicherheit liegt bei 95%), ob er homosexuell ist (Die Treffsicherheit liegt bei 88%) oder ob er Demokrat oder Republikaner ist (Die Treffsicherheit liegt bei 85%). Seine Ausführungen und wissenschaftliche Nachweise gehen aber noch deutlich weiter. Grundlegende Parameter der soziokulturellen Eigenschaften lassen sich berechnen: die Intelligenz, Religionszugehörigkeit, Alkohol-, Zigaretten- und Drogenkonsum lassen sich berechnen. Die Frage ob die Eltern einer Person bis zu deren 21. Lebensjahr zusammengeblieben sind oder nicht, lässt sich anhand der Daten ablesen.

Der Wirtschaftsforscher Scott Galloway nennt Apple, Amazon, Google, Facebook die vier apokalyptischen Reiter. Zu Recht? Vielleicht. Eines steht fest. Alle vier Konzerne besitzen eine unglaubliche ökonomische Macht und dominieren in vielen Belangen die globalen und damit digitalen Spielfelder. Die Techgrößen sind absolute Gatekeeper und bestimmen grundlegende Entwicklungen. Die vier genannten Unternehmen besitzen einen Wert von 1,7 Billionen Dollar (Zum Vergleich: Das entspricht ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt der einstigen Supermacht Russland).

Wer sich mit den Hintergründen, der Entwicklung und den Zusammenhängen im Silicon Valley beschäftigt muss über politische motivierte Kampfansagen und (Wahl-)Versprechen wie „Österreich als Zugpferd in der Digitalisierung“ die Stirn runzeln. Die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft erfordern mehr als Wahlpopulismus ohne wirkliches Konzentrat. Diese enorme Diskrepanz ist vielleicht der Tatsache geschuldet, dass unsere Erfahrungen auf einer sehr linearen Grundlage basieren, jedoch die Digitalisierung absolut exponentiell zu betrachten ist und deren Wirkung sich auch in der Form entfaltet.

Facebook und Ihr Unternehmen

Facebook überzeugt nicht nur mit einer enormen Reichweite und Verweildauer, sondern bietet Unternehmen attraktive und vielseitige Werbemöglichkeiten.

Reichweite & Nutzung Deutschland
– 28 Mio. Menschen (18+)
– 24 Mio. täglich mehrmals
Reichweite & Nutzung Österreich
– 3.4 Mio. Menschen (18+)
– ca. 2.5 Mio. täglich mehrmals

Die enorme Reichweite und die hohe Verweildauer (auf mobilen Geräten bereits über 50 Minuten pro Tag) sind stellvertretend für die vielen Möglichkeiten die Facebook bietet. Werbung auf Facebook ist primär mobile Werbung. Marken und Unternehmen werben bei Facebook in einem sehr persönlichen und nativen Umfeld. Dieser entscheidende Vorteil sollte mit einer durchdachten Strategie genutzt werden. Eine klar formulierte Idee, die Zielsetzung und die damit verbundene Kommunikation bilden die Grundlage jeder Social-Media-Kampagne (Facebook-Kampagne). Beitrag bewerben ≠ Facebook Kampagne, das wahre Spektrum der Möglichkeiten verbirgt sich weit hinter dem Beitrag bewerben Button.

Die Kampagnen können auf sehr vielfältiger Basis aufgebaut werden. Die Grundlage jeder Zielgruppe kann durch folgende Parameter definiert werden: Wohnort, Geschlecht, Alter, Sprache, Interesse und Verhalten. Facebook bietet zusätzlich die Möglichkeit Daten aus dem CRM-System (zB. Hotelsoftware) hochzuladen und als Datenbasis für Werbeanzeigengruppen (Zielgruppen) zu verwenden. In einer Zeit in der noch immer Adressen an Hoteliers verkauft werden die auf Messen generiert wurden scheint dieser Umstand wohl als Quantensprung im internen Marketingprozess.

Neben der richtigen Zielgruppe sollte auch stets die korrekte Platzierung der entsprechenden Werbeanzeige berücksichtigt werden. Hier handelt es sich durchaus um einen sensiblen Punkt. Werbeanzeigen die für mobile optimiert wurden sollte nicht unbedingt am Desktop ausgespielt werden. Falsche Platzierungen sind keine Seltenheit, sondern in vielen Fällen ein Bestandteil einer schlecht aufgesetzten Kampagne.

Vielfältige Zielsetzungen die über Facebook erreichbar sind:

Connect
Bestehende und loyale Kunden bzw. Stammkunden mit der Facebook Präsenz zu verbinden

Engage
Bereits aufgebaut Fans werden über nachhaltige Kommunikation auf einer kontinuierlichen Basis zur Interaktion gebracht, somit werden die Nutzer selbst zu Botschaftern und Multiplikatoren der Marke

Influence
Potenzielle Gäste (Kunden) die mit bestehenden Fans verbunden sind werden direkt und indirekt beeinflusst

Integrate
Bestehende Kunden werden in die tägliche Kommunikation eingebunden, somit erhalten Sie als Unternehmer wichtige Rückschlüsse bezüglich Ihrer Botschaften

Konkrete Zielsetzungen die über Facebook erreichbar sind:

Branding
Aufbau von Markenbekanntheit & Bewusstsein, primär über Reichweite und Sichtbarkeit

Engage
Steigerung der Interaktionsration (Dialog & Kommunikation)

Conversions
Direkte Traffic-Steigerungen

Leads
Konkrete Datensätze für weitere Marketing-Maßnahmen (E-Mail-Marketing)

Die Beispiele decken natürlich nur einen Teilbereich der Möglichkeiten ab. Abhängig von den internen Zielsetzungen und der strategischen Ausrichtung sollten die Kampagnen aufgebaut und angepasst werden. Digitale Prozesse sollten stets an bestehende Abläufe angeknüpft werden um digitale Wertschöpfungsebenen zu erzeugen.

Als Unternehmer bestimmen Sie Ihr (digitales) Spielfeld. Im Idealfall noch heute.


Quellen:

Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt
https://www.welt.de/finanzen/article150809163/Die-gefaehrliche-Dominanz-der-grossen-Vier.html
https://goo.gl/snqHnE